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Angst? Wie sie in Kraft umgekehrt werden kann
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25 Juni 2014 Autor: Eva Herman | Kommentar(e): 3

In diesen Jahren, in denen wir uns jetzt befinden, lässt so manchmal die Angst unsere Seele ergreifen. Und zwar so, dass keine Ruhe mehr einkehren kann.

Wir erkennen manche äusseren Ursachen zwar, aber was können wir tun?

Herman Neu Rechteckig

Wir sind innerlich getrieben, und es wird schneller und schneller. Unsere Seele bäumt sich unter diesem immensen Druck auf, sie weiss sich nicht mehr zu wehren.

So wird der Druck immer grösser, die Angst ergreift unser Herz, und dann unser ganzes Sein. Wir sind eingesponnen und es wird enger und enger. Wir versuchen, uns zu befreien, doch wie viele Möglichkeiten suchen und finden wir? Was tun? Was gilt es zu erkennen? Wir haben heute viele Möglichkeiten, zahlreiche Ratschläge, aber welche davon greifen, dass wir aus dieser Umspannung wieder herauskommen?

Schaut, stellt euch die Erde wie einen grossen Energieball vor, wo ständig neue Zufuhr aus der Schöpfung gewährt wird. Jeder Seele, Kreatur und Natur.

Jetzt gehen wir weiter: Rein ist die Strahlung, die uns gewährt wird. Der Mensch nimmt sie in jedem Moment auf und benutzt sie. Doch wer hat gesagt, wie? Die, die uns die Gebote verheissen. Doch was machen wir daraus? Was haben wir daraus gemacht? Seit Jahrtausenden geht es so, und nun sind wir dran, diese Kraft zu nutzen. Doch wir tun es bewusst oder unbewusst. Zum Grossteil unbewusst. So entstehen durch Unbewusstheit Dinge in dieser Welt, die viel Leid hervorrufen. Und wir verstehen nicht, warum.

Auf diese Weise wird vieles erzeugt, was uns Angst macht, und somit wiegt sich die Welt immer mehr in Angst. Ja, sie wird sogar benutzt, um viele Seelen klein zu halten und gefügig zu machen. Wie von jeher.

So ist die Angst über Jahrtausende geschürt und genährt worden von Menschen. Und wir stehen heute hier in all dieser seit Jahrtausenden produzierten Angst, von Menschen gezeugt, und fragen uns, woher? Und: Warum ergreift sie mich?

Es ist kein Wunder, dass unsere Seelen heute mehr Angst denn je haben, denn dieses Gebräu kann kein irdisches Auge sehen. Und doch bedrückt es uns aufs Tiefste. Nur Andersdenkende, die sich nicht einschüchtern liessen, hatten Schutz.

Doch was ist mit denen, die lieben, die empfindlich sind, die viel weicher sind? Ja, man könnte sagen, weiche Seelen, die nicht diese andere Art von Stärke in sich tragen. Sie sind nur anders, eine andere Art, wie es unzählige auf dieser Welt gibt. Jeder Mensch ist individuell. So mag es sein, dass der Starke es einfach abwehrt, aber die andere Art nichts entgegenzusetzen hat. Und somit erreicht es sie viel ärger. Bis dann erkannt wird, dass sie so bedrückt sind, dass Fragen auftauchen. Diese sollen hier beantwortet werden.

Woher die Angst kommt, seit Jahrtausenden, wie beschrieben? Sie wurde bis heute geschürt, um Macht auszuüben, und die Menschen gefügig zu halten. Dadurch haben sich grosse Angstfelder entwickelt, über die ganze Erde. Und alles fliesst ineinander und durcheinander. Denn keiner weiss von dem anderen in einem anderen Erdteil, dass jener gerade Angst hat. Uns so bewegt diese Angst über das morphogenetische Feld die ganze Erde. Eins geht ins andere.

Nun stelle man sich das mal bildlich vor: In Afrika oder sonstwo auf der Welt haben viele Menschen Angst und Not. Dieses schwingt über Kontinente überall hin- wo auf der Welt gibt es keine Angst und Not? So könnt Ihr Euch vorstellen, wie stark ein jeder sein muss, um davon nichts abzubekommen. Jetzt nehmen wir den weichen, sehr sensiblen Menschen, der keine Ahnung von diesem morphogenetischen Feld hat. Und der dann dieses alles aber trotzdem fühlt. Er denkt, es ist alles seine Angst. NEIN!

Es ist eine Kollektivangst, sie wirkt auf ihn ein. Doch er bricht unter dieser Angst zusammen und verliert seinen eigenen Weg. Es ist zu schwer!

Und doch kann Abhilfe geschaffen werden: Wir müssen das Bild immer wieder entrollen, und eigene Gedanken und Einstellungen dazu bekommen.

Nämlich, wieviel Angst lasse ich zu. Denn sie schadet mir doch. Und nur durch genaues Hinschauen und, in der Folge, eine Eigenentscheidung, lasse ich mich auf diese Angst ein. Ich lerne sie kennen, lerne mich kennen, beobachte mich. Ich lerne, mit der Angst umzugehen, jeden Moment aufs Neue. Dann werde ich selber bald erkennen, dass die Angst mich in Wahrheit schwächen und mich aus ihrer Hand nicht herauslassen will.

Doch einmal angefangen, sich ihr zu stellen, und nein zu sagen, welche Wunder tun sich auf?

Wir müssen die Kraft, die wir vorher der Angst gegeben haben, heute benutzen, um ihr ein klares Nein entgegen zu setzen! Jeder muss es selber tun, denn es kann nur ein jeder für sich selber handeln. Dann kommt die Kraft zurück, die wir vorher der Angst gaben.


Eva Herman ist Journalistin, Autorin und Moderatorin. Sie war 18 Jahre Tagesschau-Sprecherin bei der ARD. Von 1997 bis 2007 moderierte sie neben zahlreichen ARD-Sendungen ihre eigene monatliche NDR-Talkshow Herman und Titjen und sieben Jahre lang die Kult-Quizshow Wer hat´s gesehen?

Eva Herman wurde mehrmals zur beliebtesten Moderatorin Deutschlands gekürt, sie ist Autorin mehrerer Bücher. Ihr Bestseller Dann kamst Du wurde von der ARD verfilmt. Mit dem Buch Das Eva-Prinzip (2006) stürmte sie unmittelbar nach Erscheinen die Bestsellerlisten und entfachte eine deutschlandweite Debatte. Ihr darauffolgendes Sachbuch Das Prinzip Arche Noah führte zu einem Eklat: Ihre Aussagen wurden von den Medien verfälscht, Eva Herman verlor ihren NDR-Job, ein Besuch in der ZDF-Kerner-Sendung endete mit einem weiteren Skandal. Eva Herman lebt in Hamburg, ist verheiratet und hat einen Sohn.

3 Kommentar(e)
Joachim Sondern am 02 Juli 2014 01:35 Uhr
Sehr wichtiges Thema, wunderbar herausgearbeitet, Frau Herman. Ich lese Ihre Artikel seit einigen Jahren, doch dieser spricht mich ganz besonders an. Die Menschheit kann seit Jahrhunderten nicht aus dem gewohnten "Muster der Ängste" ausbrechen und befindet sich gegenwertig inmitten eines spirituellen Krieges, welcher erneut verborgene Ängste schürrt. Gerade westliche Wohlstandsbürger spüren, daß etwas verkehrt läuft, aber sie handeln entgegen jener Erkenntnis, welche im Unterbewusstsein unlängst verankert.
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Angsthase am 25 Juni 2014 12:19 Uhr
Eva hatte nie Angst gehabt. Sie war immer der Orientierungspunkt für die seelisch Schwachen und Sensieblen. Das wurde ihr zum Verhängnis, da Angst auch eine Schutzwirkung haben kann, besonders bei der beruflischen Karriere im BRD-System.
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Nichts am 25 Juni 2014 11:14 Uhr
Herrmann Hesse sagte einmal sinngemäß, man kann seiner Angst viele Namen geben, es ist aber immer die gleiche Angst. Die Suche nach Lösungen sich aus den Klauen der Angst zu befreien, erscheint mir daher eher wie die Suche nach neuen Namen. Um den Urspung der Angst zu erkennen sollten wir verweilen und ehrlich in uns selbst schauen. Als junger Mensch konnte ich mir des Gefühles, am besten drückt es wahrscheinlich aus," gemacht zu sein", nicht erwehren. So lies ich keinen Gedanken, keine Handlung mehr unreflektiert, alles wurde in Frage gestellt, alles herangetragene, jegliche Programmierung sollte überwunden werden, um an den Kern, das wahre ich zu kommen. Beim beobachten meiner Mitmenschen und mir selbst schien mir Angst die bestimmende Triebfeder für alles zu sein. Vor Tod, vor Alleinsein, vor Schmerz usw. Die "Namen" würden sich, wie Hesse sagt, beliebig erweitern lassen. Ich selbst hatte das Gefühl, stetig Schale um Schale der Last, die mich umhüllte, abzulegen. Irgendwie schien es auch leichter und heller zu werden. Das Wort warum war mein Werkzeug, es stellte alles in Frage, mit seiner Hilfe löste ich Schicht um Schicht. Doch eines Tages sprang mir in den Sinn, warum fragst du warum. Eine ungeheuere Angst und Panik ergriff mich, es war als habe ich mir selbst den sicheren Stand als Sucher, als Erkenner, eliminiert, habe mir selbst die Beine weggeschlagen. Es gab keine Welt, kein ich kein Du mehr, nur Todesangst. Mein Kopf versuchte Erklärungen zu finden, raste, doch hatte keinerlei Mittel um "Namen " zu finden. Für mich schien es als sehe ich ins absolute nichts. Nach einigen Wochen klangen diese Angst und Panikattacken ab. Zurück blieb aber ein Gefühl als schwebe etwas Bedrohliches über mir, aber auch die Erkenntnis etwas Fundementales erlebt zu haben. Mein geplantes Studienfach der Psychologie änderte ich nun zugunsten Mathematik und Sport. Es musste Greifbares her, es machte mir Angst das Wort warum zu benutzen, alles musste geregelt und berechenbar sein. Dennoch holten mich nach Jahren wieder die Panikattacken ein, ein Arzt gab mir Medikamente, doch ich entschied sie nicht zu nehmen. Was da geschah und geschehen ist, lief und läuft in mir ab und wenn es so ist sollte es auch einen Grund haben und sollte von mir akzeptiert werden. Dieser Einstellung folgend stellte ich mich meinen Ängsten. Möglichst alle Ablenkungen vermeidend saß ich wochenlang die ganzen Abende nur da, lies alle Gedanken kommen, erkannte die "Namen" der Angst. Es wurde dunkel um mich, es war als zog mir etwas die Kehle zu und die Angst kam wieder auf. Die Angst wurde so stark, dass mein ganzer Körper vibrierte, es stockdunkel um mich war und mir klar wurde das es nicht mehr weiter geht, dass dies das Ende ist. So sollte es geschehen, keine Welt und ein neues Ich sollte aus meinen Gedanken erstehen. So versuchte ich mich trotz der Todesangst nicht zu wehren. Es gaschah aber etwas unvorstellbares, es schien als öffnete sich ein Türe einen Spaltbreit, helles warmes Licht durchstömte alles und die Angst war schlagartig weg. Auf dieser Türschwelle stehend und immer bemüht sie ganz zu überschreiten erlebte ich die kommenden Monate und Jahre, eine Zeit der "Wunder".
Mit Menschen zu verschmelzen, ohne du und ich, Menschen zu helfen, auch gesundheitlich, das Gefühl zu haben als breite sich vor einem ein weicher, behaglicher Teppich aus, so das keinerlei Unebenheiten mehr da sind.
Ziel der Erzählung soll sein, Menschen Vertrauen zu geben in sich selbst, in unser aller selbst. "Burnouts", "Depressionen" als Rebelion der Seele gegen das aufgesetze Ich zu verstehen, nicht vor der Angst davonlaufen, ihr keine neuen Namen geben.
Wir haben im Laufe der Entwicklung unseren Verstand missbraucht, ihn nicht nur als Werkzeug eingesetzt, sondern ihn dazu benutzt ein Ich, ein Ego zu schaffen, welches ein Leben lang verteidigt wird, doch im Tod , der bei den meisten Menschen mit dem körperlichen Zusammenbruch einhergeht, da sie ihr Ego nicht vorher aufgeben können, liegt die Wahrheit.
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