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Wer sind die neuen Machthaber in Kiew ? 
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24 Mai 2014 Autor:  Marko Jošilo | Kommentar(e): 6

Die prorussischen Aufständischen im Osten der Ukraine erkennen die als proeuropäisch geltende Übergangsregierung in Kiew nicht an. Sie nennen sie "faschistische Junta" und wollen sich von ihr loslösen, unter Umständen durch einen blutigen Krieg. Es ist zu erwarten, dass sich den "Volksrepubliken" in Donezk und Lugansk weitere Regionen anschließen werden, mit dem Ziel der Bildung eines neuen Staates „Novorossija“, in Anlehnung an die historische russische Provinz Neurussland. 

Wer sind die neuen Machthaber in Kiew Viele Leser im Westen fragen sich sicherlich, woher kommt plötzlich diese Abneigung gegenüber der neuen Übergangsregierung in Kiew, frei nach dem Motto: Regierung ist Regierung. Die eine ist nicht besser als die andere.

Ganz plötzlich ist dieser Hass nicht entstanden. Viele Experten sind sich einig in der Meinung, dass die legale Regierung der Ukraine illegal, und mit Gewalt, gestürzt wurde. An ihre Stelle traten mit brutal er Härte die Extremisten und Nazis aus der Westukraine, und rissen die Macht an sich. Viele Menschen in der Ost-Ukraine sind überzeugt, dass im Moment Sektenmitglieder und Faschisten in Kiew regieren.
 
Die ukrainischen Nazis unter dem Namen Rechter Sektor werden von Dmitri Jarosch angeführt. Die Paramilitärs des Rechten Sektors sind ein Zusammenschluss von mehreren nationalistischen und rechtsextremen Splittergruppen in der Ukraine. Sie bezeichnen sich als Anhänger von Stepan Bandera. In nationalistischen Kreisen, besonders in der Westukraine, wird Bandera, der im Zweiten Weltkrieg zusammen mit Deutschen gegen die Rote Armee kämpfte, als Nationalheld verehrt. Der Osten des Landes verachtet ihn als Nazi-Kollaborateur und Banditen.

Nach Angaben des Leiters des Instituts Euroasien in Tiflis, Gulbat Rchiladze, wurden die Paramilitärs des Rechten Sektors von westlichen Geheimdiensten ausgebildet.

Das bestätigt auch die Bewegung „Die Welt ohne Nazismus“. Sie stellt auf ihrer Internetseite worldwithoutnazism.org fest, dass die neuen Machthaber in Kiew den nazistischen und extremistischen Ideen folgen. Aus diesem Grund ist es wichtig zu erfahren, wer genau an die Macht in der Ukraine gekommen ist.

Durch die anhaltenden Proteste auf dem Maidan trat Dmitri Jarosch ins Rampenlicht, als er mit seinen Paramilitärs gegen die Polizei in Kiew kämpfte, und praktisch die Macht für die Opposition durch den bewaffneten Staatsstreich übernahm. Den Hauptfeind sieht Jarosch in Russland. Er ist überzeugt, dass ein Krieg zwischen Russland und der Ukraine nicht zu vermeiden ist. Jarosch verlangt eine totale Vernichtung Russlands bzw. der russischen Bevölkerung!

Bei den muslimischen Extremisten im Kaukasus sieht er seine Verbündeten für dieses Vorhaben. Jarosch ist auch ein Gegner der Annäherung der Ukraine an die EU. Er ist der Ansicht, dass die Assoziierung mit der EU für die Ukraine verheerend wäre, weil „das tödliche Monster in Brüssel allen EU-Staaten seine antichristliche Politik aufzwingen will, was zum Verlust der nationalen Identität und zur Zerstörung der traditionellen Familien führt.“

Deshalb meinen viele Analytiker, dass der „Maidan“ ein Monstrum hervorgebracht hat, das nicht mehr zu kontrollieren ist. Gegenwärtig ist die Autorität von Jarosch in Kiew enorm, denn das Gelingen der Machtübernahme ist allein ihm zu verdanken. Alle haben deshalb Angst vor Jarosch, weil er sich niemandem unterordnen will und zu keinen Kompromissen bereit ist. Seine Mitstreiter haben Angst vor ihm, noch mehr die Menschen im Osten des Landes. Denn Jarosch und seine Paramilitärs verfügen über ein riesiges Waffenarsenal. Nach eigenen Angaben seien sie in der Lage, die gesamte Ukraine zu beschützen -  oder zu beherrschen.

Der Übergangspräsident Olexandr Turtschinow ist ein   fundamentalistisch-baptistischer Pastor. Er ist Anführer der ukrainischen Kirche Christi, einer Filiale der Church of Christi in Boston. Tutschinow ist die rechte Hand und Vertrauensmann von Julija Tymoschenko, die offen ausgesagt hatte, dass sie bereit wäre, dem Putin in den Kopf zu schießen, und das Problem mit der russisch sprechenden Minderheit im Osten des Landes mit einer Atombombe zu lösen. Diese Aussage führte dazu, dass Timoschenko und ihr Schatten Turtschinow jegliches Vertrauen im Osten des Landes verloren haben. Selbst die jetzige Koalition in Kiew hat wenig Vertrauen, weil sie überzeugt sind, dass Turtschinow auch jetzt als Übergangspräsident nur im Interesse von Julija Tymoschenko handelt.

Am 27. Februar 2014 wurde von der neuen „revolutionären“ Regierung in Kiew Arsenij Jazenjuk  zum Ministerpräsidenten der Ukraine gewählt. Jazenjuk gilt als eins der Wunderkinder des ukrainischen politischen Nachwuchses. Trotz seines verhältnismäßig jungen Alters (Jahrgang 1974) bekleidete Jazenjuk schon so viele Ämter, wie kaum jemand vor ihm. Es handelte sich dabei nicht etwa um drittklassige Posten, sondern um führende Ämter, welche ihm einen entscheidenden Einfluss auf das gesamte Geschehen in der Wirtschaft, Politik, Finanzpolitik und dem Handel in der Ukraine ermöglichten. Die Erklärung, warum Jazenjuk zum erstaunlichen Senkrechtstarter wurde, kann praktisch jeder beim Surfen im Internet leicht finden. 

Eine Fundsache auf der US-amerikanischen Webseite Dallas Blog könnte tief blicken lassen. Jazenjuk ist ein hochrangiges Mitglied der Scientology-Sekte. Seine Partei wird von George Soros unterstützt und finanziert. Der Öl- und Finanztycoon George Soros ist ein Finanzier der Demokratischen Partei in den USA   und hat Arsenij Jazenjuk,  den Führer der Vaterlandspartei, eingesetzt, um einen Regimewechsel und eine Revolution gegen die Regierung der Ukraine in Kiew zu entzünden. Jazenjuk ist also ein führendes Mitglied der Scientology-Sekte und ein großer Fan des Hollywood-Stars Tom Cruise.

Jazenjuk schloss sich der Scientology-Organisation im Jahr 1998 an, und wurde zum Berater für die Kreditabteilung der von der   Scientology Sekte finanzierten Bank Aval, später dann als Verantwortlicher der Aval Bank in der Ukraine.

Jazenjuk ist derzeit ein hochrangiges Mitglied der Sekte und hat ein Level of Auditing, welches OT-6   genannt wird. Seine Schwester Alina Petrowna Steele, eine Bürgerin der Vereinigten Staaten, ist auch mit der Scientology-Kirche verbunden. Steele ist in der Zweigstelle der Kirche in der kalifornischen Stadt Santa Barbara aktiv; sie ist auf einem niedrigeren Niveau als ihr Bruder. Jazenjuks Frau und seine Kinder leben derzeit in Santa Barbara, um  den globalen Einfluss von Scientology zu steigern.

Aus allen diesen Gründen sind Zweifel angebracht, ob die jetzige Übergangsregierung die Mehrheit der Bevölkerung überhaupt vertreten kann, weil sie feindlich gegenüber der orthodoxen Bevölkerung ist, die wiederum die Mehrheit in der Ukraine ausmacht. Ihr extremes Bemühen, die Identität der orthodoxen Mehrheit zu ändern oder sie gar zu vernichten, zeigt, dass diese neue Macht in der Ukraine nicht von langer Dauer sein wird. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass die Macht, die sich dem Willen des Volkes nicht beugt, früher oder später abgelöst wird: Oft auf sehr erniedrigende Art und Weise.

Den ersten Teil finden Sie hier...

Den zweiten Teil finden Sie hier...

Den dritten Teil finden Sie hier...

Den vierten Teil finden Sie hier...

Den fünften Teil finden Sie hier...

Den sechsten Teil finden Sie hier...

Den siebten Teil finden Sie hier...

Den achten und letzte Teil finden Sie hier...



Artikelbild: Аимаина хикари / wiki commons


Marko Jošilo

Marko Jošilo ist ein deutscher Journalist. Geboren 1949 als jugoslawischer Staatsbürger  bei Sarajevo in Bosnien, wurde er Anfang der 90er Jahre in Deutschland eingebürgert.

Marko Jošilo begann 1975 mit seinem Studium für Journalistik, Geschichte und Politikwissenschaften in der ersten Studentengeneration der Journalistik an der Universität Dortmund. Abschluss 1981 als Diplom-Journalist. Während des Studiums absolvierte er bereits Praktika bei der Deutschen Welle und dem WDR in Köln.

Seit 1981 freie Tätigkeit für den WDR als Journalist, Reporter und Film-Autor. 1991 wurde Marko Jošilo vom WDR nach Belgrad als Reporter geschickt, mit dem Beginn des Jugoslawienkrieges arbeitete er als Kriegsreporter und freier Produzent für den WDR und andere ARD-Sender, u.a. auch  für Tagesschau und Tagesthemen. Außerdem lieferte er unzählige TV-Beiträge an die Sender ZDF, RTL, Pro7, RAI, TF1, ET1, TSI, SRG, YLE, ARTE-TV, ANTENNA 3, TVE1 und viele andere.

2004 kehrte Jošilo aus Serbien nach Deutschland zurück. Heute lebt er in Nordrhein-Westfalen, produziert TV-Beiträge und schreibt tagesaktuelle Artikel. Demnächst erscheint sein erstes Buch über die fragwürdige Rolle der Medien im Jugoslawienkrieg.



6 Kommentar(e)
Giggles am 09 Januar 2015 02:41 Uhr
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Emmy am 04 Januar 2015 11:58 Uhr
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UA am 06 Juni 2014 15:53 Uhr
Herr Jošilo Sie sind EINZIGER Journalist, der noch die Wahrheit auf Deutsch schreibt.
RESPEKT.

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vashkevich am 30 Mai 2014 21:42 Uhr
Спасибо за статью. Еще раз убедился что не всё журналисты готовы лгать за зарплату, есть те которые пишут реальность

Frei übersetzt, so ca.:
Vielen Dank für den Artikel. Zeigt wieder einmal, dass nicht alle Journalisten nur das schreiben, was Ihnen vorgegeben wird.
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Michael am 30 Mai 2014 15:53 Uhr
Sooo ein Quatsch
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Leffe am 25 Mai 2014 10:44 Uhr
Super Artikel! Es ist haarsträubend, dass die "Qualitätsmedien" uns einfach verschweigen, dass eine Neonazigruppe die Macht in Kiew ergriffen hat. Und es ist immer wieder das gleiche Spiel. Die Amis unterstützen sie, liefern Waffen usw. Irgendwann werden sie zu gefährlich, dann dreht der Wind und ein neuer Krieg entsteht gegen diese Naziregierung. Das war schon mit den Taliban so, mit Sadam Hussein usw... Hauptsache man hat immer genug Feinde um Kriege zu führen. Und wen sie einem ausgehen, dann kreiert man halt selber neue!
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